Kohlsuppendiät - Essen und trotzdem abnehmen

Kohlsuppendiät„5 Kilo Abnehmen – und das in nur einer Woche! Fühlen Sie sich endlich wieder wohl.“ Wer kennt sie nicht, die Werbeversprechen für neue Diäten. Leider halten nur die wenigsten Wunderkuren dass, was in Form vollmundiger Aussagen gegen überflüssige Pfunde angepriesen wird. Und bei jeder Diät fällt auch der Verzicht auf die vielen kleinen Leckereien schwer. Hier ein Stück Schokolade, dort ein leckeres Eis – während einer Diät sind solche Verlockungen auf jeden Fall tabu. Warum muss abnehmen immer so schwer sein?

Aber es geht auch anders, denn was zwischen Dutzenden Diäten oft außen vorbleibt, ist eine der fundamentalen Abnehmregeln. Es kommt nicht unbedingt darauf an, wieviel gegessen wird, sondern was man zu sich nimmt. Genau an dieser Stelle setzt die Kohlsuppendiät an, bei der trotz Diät kein knurrender Magen den Tagesablauf dominiert. Ihren Ursprung hat die Kohlsuppendiät in den 1970er Jahren und ist in den darauffolgenden Jahren aus den USA auch bis nach Deutschland vorgedrungen.

Grundlage der Kohlsuppendiät ist auch heute noch ein Speiseplan, der vor allem auf kalorienarme Kost setzt. Statt immer hungrig auf das Pausenbrot des Arbeitskollegen zu starren, können sich alle Betroffenen satt essen und gehen trotzdem mit einem guten Gefühl durch den Tag, etwas für ihre Gesundheit getan zu haben. Bevor aber Weißkohl beim nächsten Gang zum Supermarkt im Einkaufswagen landet, empfiehlt sich ein Blick in den einen oder anderen literarischen Ratgeber, denn zwischenzeitlich haben sich mehrere Autoren intensiv mit dem Potenzial von Weißkohl als Alternative zur „Hungerkur“ auseinandergesetzt.

Wer sich dagegen einen ersten Überblick zur Kohlsuppendiät verschaffen will, ist hier genau richtig, denn in den folgenden Artikel werden nicht nur Tipps und Tricks, sondern auch einige Hintergrundinformationen zur Kohlsuppendiät verraten.


Runter mit den Pfunden – Startschuss für die Kohlsuppendiät

Puh – endlich wieder ein ausschweifendes Familienfest überstanden. Obwohl Kater und Müdigkeit längst verflogen sind und sich alle Beteiligten wieder ihrem Alltag widmen - die Waage hält das Ergebnis einer stundenlangen Völlerei auf´s Gramm genau fest. Aber anstatt jetzt beschämt das Mittagessen beiseite zustellen und mit knurrendem Magen ins Büro zurückzukehren, lohnt vielleicht der Gedanke an eine Kohlsuppendiät. Das Besondere an dieser Form des Fastens ist nicht der Verzicht aufs Essen, sondern eine Änderung der Essgewohnheiten.

Kern einer Kohlsuppendiät ist das Weglassen kalorienreicher Nahrungskomponenten, stattdessen wird die Energiezufuhr durch einen hohen Obst- und Gemüseanteil drastisch reduziert. Mit einer solchen Veränderung der Essgewohnheiten purzeln schon am ersten Tag der Kohlsuppendiät die Pfunde. Grund ist die Tatsache, dass sich der Körper aus den eigenen Fettreserven bedienen muss und damit die eingelagerten Polster angreift. Ein Aspekt der Kohlsuppendiät, dessen Auswirkungen bereits nach wenigen Tagen beim Gang zur Waage sichtbar wird.

Und noch etwas macht eine Fastenkur mit der Kohksuppe für alle Diätmuffel so attraktiv, denn statt wochenlang auf Fleisch zu verzichten, dampfen schon nach wenigen Tagen wieder Fleisch und Fisch auf dem Teller vor sich hin. Wer schon immer nach der besonderen Crash-Diät gesucht hat, ist bei der Kohlsuppendiät genau richtig.

Rezepte für die Kohlsuppe

„Wie bereite ich meine Kohlsuppe zu?“ Was Kochprofis sicher nicht mehr fordern wird, ist für so manchen Einsteiger eine Herausforderung, welche es vor dem Start einer Kohlsuppendiät zu meistern gilt. Da auch in der Küche noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, hier ein paar Tipps und Rezepte für die Zubereitung einer eigenen Kohlsuppe, die nicht auf Gramm genau befolgt werden müssen, denn natürlich darf an der einen oder anderen Stelle etwas mehr gewürzt oder Zutaten ergänzt werden. Schließlich soll die Basis einer erfolgreichen Kohlsuppendiät nicht nur beim Abnehmen helfen, sondern darf auch gut schmecken.

Die Grundlage der Kohlsuppe bilden: 5 bis 6 Zwiebeln, etwa ein Kilogramm Möhren sowie ein kleiner oder mittlerer Weißkohlkopf. Dazu kommen noch zwei Paprika (Farbe egal, aber wer es etwas bunter mag, kann natürlich verschiedene Farbe verwenden), eine bis anderthalb Selleriestangen sowie Tomaten (der Einfachheit halber erfüllen zwei Dosen ihren Zweck, andernfalls gehören etwa sechs bis sieben frische Tomaten in den Einkaufskorb). Verfeinert wird die Kohlsuppe anschließend mit Kräutern und Gewürzen, hier haben Hobbyköche freie Hand. Neben frischer Petersilie sind tiefgefrorene Produkte vollkommen ausreichend. Statt der Verwendung einzelner Gewürze eignet sich für die Zubereitung auch Gemüsebrühe bzw. einfache Tütensuppen, welche der Kohlsuppendiät eine besondere Note verleihen.

Zuerst werden alle Gemüsebestandteile klein geschnitten und zuerst den Kohl in einem großen Topf zusammen mit fünf Liter Wasser aufkochen. Anschließend die Hitze reduzieren und das Gemüse noch weitere 20 Minuten köcheln lassen. Kurz vor Ende der Garzeit Kräuter hinzufügen sowie die Kohlsuppe mit Salz, Pfeffer oder anderen Gewürzen abschmecken. Neben Paprika können ohne Problem Pepperoni, Knoblauch oder kleinere Rüben einer Kohlsuppe beigefügt werden. Mit ein wenig Experimentierfreude entsteht so ein wohlschmeckendes Gericht für jeden Tag der Kohlsuppendiät. Einfach einige Rezepte variieren und schon entstehen vollkommen neue Geschmacksrichtungen.

Zubereitungstipps für die Kohlsuppe

Eine Kohlsuppe zubereiten – mit dem richtigen Rezept eigentlich kein Problem. Zumindest für alle, die bereits wissen, was wann in den Topf gehört. Für Verbraucher ohne Erfahrung in der eigenen Küche hier ein paar Tipps, damit die erste eigene Kohlsuppe nicht in einem kulinarischen Debakel endet. Grundsätzlich gehören Gemüsesorten, deren Inhaltsstoffe bereits unter niedriger Hitze verloren gehen, möglichst spät in den Kochtopf. Dies trifft vor allem auf sehr feines Gemüse zu oder wenn noch eine gewisse Bissfestigkeit erhalten bleiben soll.

Kleiner Tipp: Zwischendurch einfach probieren, ob der optimale Garpunkt bereits erreicht ist, schließlich sollten alle Komponenten einen gewissen Biss behalten und sich nicht im Kochtopf auflösen. Trotz Kohlsuppendiät – das Auge isst immer noch mit. Besonders empfindlich reagieren Kräuter und einzelne Gewürze auf starke und andauernde Hitze. Deshalb gilt auch hier die Devise: „Nie zuerst im Topf verschwinden lassen“. Gesalzen werden kann zwar bereits zu Beginn der Zubereitung Ihrer Kohlsuppe, aber immer in Maßen (deshalb immer abschmecken) - Petersilie, Rosmarin oder Ähnliches aber bitte erst gegen Ende der Garzeit zur Kohlsuppe geben. Besonderen Pep verleihen Keimlinge und junge Sprossen einer Kohlsuppendiät. Hierbei einfach ein wenig experimentieren, um herauszufinden, was geschmacklich am Besten zusammenpasst.

Noch ein Tipp für alle, denen die Verwendung von Tomaten als zu umständlich erscheint, hier hilft die passierte Variante oder eine Tube Tomatenmark. Auf diese Weise entfällt das lästige Schälen der Tomaten, für das am Ende ein zusätzlicher Topf heißen Wassers notwenig wäre. Ist die Kohlsuppendiät etwas fade und langweilig, hilft ein Griff zu getrockneten Pilzen. Oder wie wäre es am Fleischtag mit Putenbruststreifen, um damit die Kohlsuppe zu garnieren. Mit etwas Phantasie und den Zubereitungstipps lässt sich auch aus dem früheren „Arme-Leute-Essen“ ein schmackhaftes Gericht zaubern.

Der Diätplan

Zu einer echten Diät gehört natürlich auch der passende Plan, wann was gegessen werden darf. Natürlich bildet die Kohlsuppendiät an dieser Stelle keine Ausnahme. Allerdings muss in diesem Fall niemand damit rechnen, zwei oder drei Tage mit knurrendem Magen im Büro zu sitzen. Im Gegensatz zu anderen Fastenkuren bietet die Kohlsuppendiät wesentlich mehr Freiraum und lässt auch andere Nahrungskomplemente zu, ohne dies gleich abzustrafen. Ausgehend von einer 7-tägigen Fastenkur ergibt sich für die Kohlsuppendiät folgender Plan:

  • Am ersten Tag dürfen neben der obligatorischen Kohlsuppe verschiedene Obstsorten verzehrt werden, ohne Beschränkungen der Menge. Ausgenommen bleiben aber Bananen und Honigmelonen.
  • Tag zwei sieht rohes Gemüse als Ergänzung zur Kohlsuppe vor, auch hier gibt es Ausnahmen, nämlich Mais und Erbsen. Daneben besteht zum Abendbrot die Möglichkeit des Verzehrs einer großen Kartoffel mit etwas Magerquark.
  • Wie der Name Rohkosttag (3. Tag der Kohlsuppendiät) bereits vermuten lässt, bereichert Rohkost aus Obst und Gemüse den Speiseplan.
  • Am vierten Tag Ihrer Kohlsuppendiät dürfen bis zu drei Bananen inklusive etwas Magermilch oder fettarmen Joghurts (250 Gramm bzw. Milliliter) gegessen werden.
  • Nachdem in den vergangenen vier Tagen auf Fleisch verzichtet wurde, bereichern an Tag fünf etwa 200 Gramm Geflügel oder Fisch die Mahlzeiten. Empfohlen wird eine Zubereitung mit wenig Fett. Ergänzt wird das Essen zum Beispiel mit Tomaten.
  • Tag sechs sieht neben der Kohlsuppe eine Fleischmahlzeit vor, bestehend aus magerem Steak und Gemüse oder etwas Salat. Der siebente und letzte Tag bietet als Ergänzung Reis und wiederum Gemüse mit etwas Obstsaft.

Der eben angesprochene Diätplan lässt sich ohne Problem abwandeln und ist nicht bis ins letzte Detail genau zu befolgen. Wichtig ist am Ende, dass nach Möglichkeit eine kalorienarme Kost bevorzugt wird und „Kalorienbomben“ gemieden werden. Wie bei jeder anderen Fastenkur gilt aber auch bei einer Kohlsuppendiät der Grundsatz, möglichst viel Flüssigkeit aufzunehmen. Auf Alkohol und Kaffee sollte dagegen verzichtet werden. Für eine langfristige Ernährung auf Basis der Kohlsuppe empfiehlt sich das Hinzufügen eiweiß- und kohlehydrathaltiger Komponenten, um anhaltenden Mangelerscheinungen vorzubeugen.


Was spricht für eine Kohlsuppendiät?

Befürworter und Gegner – jede Form der Diät kennt Situationen, in denen unterschiedliche Argumente aufeinanderprallen – so auch die Kohlsuppendiät. Und natürlich nimmt jede Seite für sich in Anspruch, die richtige Meinung zu vertreten. Widmen wir uns zuerst den Befürwortern. Was spricht also für die Durchführung einer Kohlsuppendiät? Aufgrund der relativ schnellen Gewichtsabnahme während der Kohlsuppendiät eignet sich diese Form der Diät natürlich besonders dann, wenn innerhalb kurzer Zeit die Pfunde purzeln müssen.

Eine Tatsache, die aus Sicht der Betroffenen sicher als einer der größten Vorteile angesehen wird. Aber nicht nur hier erweist eine Kohlsuppendiät ihren großen Nutzen. Selbst die Medizin greift zu diesem Mittel, um übergewichtige Patienten auf einen operativen Eingriff vorzubereiten. Weitere Vorteile einer Kohlsuppendiät ergeben sich natürlich auch unter dem Gesichtspunkt gesunder Inhaltsstoffe, da Vitamine, Mineral- sowie Ballaststoffe einen positiven Effekt auf den Körper bzw. Stoffwechsel entwickeln. Speziell die letztgenannten Bestandteile sorgen im Darm für die Wiederherstellung eines gesunden Gleichgewichts in der Mikrofauna.

Zudem weisen Befürworter der Kohlsuppendiät immer wieder auf die Tatsache hin, dass im Gegensatz zu herkömmlichen Diäten die Betroffenen nicht gegen ihren Hunger ankämpfen, sondern normale Mahlzeiten zu sich nehmen können. Auf diese Weise entfällt bei der Kohlsuppendiät einer der häufigsten Gründe für den Abbruch, da gegessen werden kann, wenn sich auch nur das kleinste Hungergefühl zu Wort meldet. Wer sich heute für die Kohlsuppendiät entscheidet, kann davon auf unterschiedlichste Weise für Körper und Geist profitieren, denn mit der körperlichen Gesundheit steigt auch das geistige Wohlbefinden spürbar an.


Dass sagen Experten zur Kohlsuppendiät

Diäten werden von Ernährungswissenschaftlern oft skeptisch betrachtet, ein großer Teil lehnt Fastenkuren sogar ab. Dies hat natürlich einen Grund, denn jede Diät, egal ob erfolgreich oder nicht, geht immer mit einer einseitigen Ernährung einher. Betroffene erreichen mit ihrer Diät also nicht nur den Effekt purzelnder Pfunde, sondern entziehen in vielen Fällen dem Körper auch lebenswichtige Stoffe, ohne die nach einiger Zeit erste Mangelerscheinungen auftreten können. Was die Kohlsuppendiät betrifft, stehen auch hier viele Experten dieser Form des Fastens skeptisch gegenüber. Zwar muss an dieser Stelle nicht auf Essen verzichtet werden, eine ausgewogene Ernährung, welche dem Körper neben Vitaminen und Mineralstoffen auch Eiweiß und Kohlenhydrate liefert, sieht in den Augen der Ernährungswissenschaftler aber anders aus.

Speziell die nachhaltige Wirksamkeit einer Kohlsuppendiät wird in diesem Zusammenhang oft angezweifelt, vielmehr werden gewichtsreduzierende Effekte bei einer kurzzeitigen Anwendung eher auf den entwässernden Charakter der Fastenkur zurückgeführt. Zudem wirkt sich eine stark eingeschränkte Zufuhr an Eiweiß negativ auf den Körper aus, da stattdessen Muskelmasse abgebaut werden kann (sofern dem Organismus über einen längeren Zeitraum eiweißhaltige Nahrung vorenthalten wird).

Zusammenfassend lässt sich das Urteil einer breiten Masse von Ernährungsexperten über die Kohlsuppendiät nur als ablehnend bezeichnen, und dass, obwohl diese Form des Fastens auch in der Medizin zum Einsatz kommt. Aber auch so mancher Verbraucher kann nicht nur über positive Erfahrungen berichten – gerade am Jo-Jo-Effekt scheiden sich die Geister. Wer trotz allem an seiner Kohlsuppendiät festhält, sollte sich nicht ausschließlich von Kohlsuppe ernähren, sondern verstärkt Wert auf Nahrungsmittel legen, welche den Speisezettel sinnvoll bereichern können.


Diät mit Köpfchen – gegen den Jo-Jo-Effekt

Die Kohlsuppendiät – für manche ist sie das Wundermittel gegen zu viele Pfunde auf den Hüften, für andere dagegen nur eine Fastenkur unter vielen. Aber egal, welcher der beiden Gruppen man am Ende angehört, den größten Feind aller Diäten kennt jeder – es geht um den Jo-Jo-Effekt. Im ersten Moment regt dieser Begriff sicher etwas zum Schmunzeln ein, beschreibt aber sehr treffend eine der Diätfallen, die so manchen Verbraucher gefangen hält. Leider tritt nach einer erfolgreichen Fastenkur oft das Phänomen einer raschen Gewichtszunahme auf, so unter Umständen auch bei der Kohlsuppendiät.

Nach einigen Wochen bzw. Monaten steht die Waage wieder beim Ausgangsgewicht und in vielen Fällen klettert die Anzeige sogar noch weiter. Als Folge wird eine erneute Fastenkur mit ähnlichem Ergebnis durchgeführt. Um diesen Kreislauf langfristig durchbrechen zu können, ist Köpfchen gefragt. Schuld am Jo-Jo-Effekt ist ein falsches Essverhalten. Mit einer einmaligen Kohlsuppendiät sinkt zwar innerhalb weniger Tage das Gewicht, aber im Anschluss steht leider wieder Fettes und Süßes auf dem Speiseplan. Genau an dieser Stelle beginnt der Jo-Jo-Effekt.

Einziges Mittel ist auch nach der Kohlsuppendiät eine ausgewogene Ernährung mit fünf bis sechs kleineren Mahlzeiten. Auf diese Weise sinkt das Hungergefühl und der Magen-Darm-Trakt wird zusätzlich entlastet. Ein weiterer Trick gegen den Jo-Jo-Effekt nach einer Kohlsuppendiät betrifft das Umfeld der einzelnen Mahlzeiten. Statt unser Essen hastig herunter zuschlingen, sollten wir uns auch im Alltag wesentlich mehr Zeit nehmen, da sich bei einer entsprechend langen Kauzeit die aufgenommene Nahrungsmenge reduziert. Und zu guter Letzt fehlt nur noch ausreichend Bewegung. Obwohl Sport anfänglich häufig als Last empfunden wird, hat schon manch erfolgreicher Amateur im Kampf gegen den Jo-Jo-Effekt den Ausdauersport für sich entdeckt.

Sollten Sie sich für eine Kohlsuppendiät entscheiden, wünschen wir viel Erfolg!

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